Unsere Reisevorbereitungen für China – Tipps, Apps und wie sich Reisen verändert hat
Wie sich Reisen verändert hat
Es gibt weltweit nur einen Flughafen, an dem wir noch häufiger gewesen sind, als in Frankfurt (FRA). Und das ist der Suvarnabhumi in Bangkok (BKK).
Wir kommen gerade mal wieder an. Diesmal haben wir uns ein Bolt Taxi genommen. So etwas wie das Uber für Thailand.
Als wir aussteigen, sehe ich zwei Jungs, vielleicht Anfang 20, mit ihren nagelneuen Backpacks. Sie sind offensichtlich gerade angekommen. Sie stehen ein paar Meter weiter und haben sich ebenfalls ganz selbstverständlich ihr Taxi, allerdings über die Grab-App gebucht, in das sie gerade einsteigen.
Und in dem Moment wird mir klar, wie sehr sich Reisen in den letzten Jahren verändert hat.
Bevor ich das erste Mal nach Bangkok geflogen bin, habe ich damals Yvonne, meine ehemalige Klassenkameradin und langjährige Freundin, mit Fragen gelöchert. Sie war kurz vorher dort gewesen. Das ist jetzt fast 20 Jahre her.
Einer ihrer wichtigsten Tipps war:
“Wenn ihr am Flughafen in Bangkok landet, geht nach oben zum Abflugbereich und nehmt euch dort ein Taxi, das gerade jemanden absetzt. So könnt ihr bis zur Hälfte vom Preis sparen.” Diesen Tipp haben wir in den Jahren danach selbst unzählige Male weitergegeben. An Jeden, der uns nach Thailand Tipps gefragt hat.
Und heute? Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann wir ihn das letzte Mal ausgesprochen haben. Stattdessen sagt man heute: Nehmt den SkyTrain für einen Euro in die Stadt. Oder ladet euch vor der Reise die Grab und Bolt App runter und lasst euch direkt bis zum Hotel fahren.
Es ist einfacher geworden. Schneller. Planbarer.
Und damit auch weniger: überraschend, Abenteuer, unvorhersehbar.
Und gleichzeitig ist etwas anderes ein bisschen verloren gegangen. Diese kleinen Gespräche unterwegs. Tipps von Fremden. Empfehlungen, die man sich nicht vorher schon irgendwo abgespeichert hat. Heute hat man oft das Gefühl, jeder war schon einmal dort. Oder zumindest virtuell. Mit Instagram, TikTok oder Google Maps.
Alles ist schon gesehen, bevor man überhaupt angekommen ist.
Vielleicht ist genau das der Unterschied.
Früher hat man Orte entdeckt.
Heute erkennt man sie wieder.
Reiseplanung mit ChatGPT und Co
Es fühlt sich ein bisschen nostalgisch an, das zu schreiben. Früher war Reiseplanung für mich vor allem eines: treiben lassen. Mit anderen Reisenden ins Gespräch kommen, Tipps aufschnappen, selbst welche weitergeben. Das war Teil des Erlebnisses und damit schon Teil der Reise selbst.
Heute sieht das ein kleines bisschen anders aus.
Wir sind in einer neuen Stufe angekommen. Ein Reiseplaner, der immer verfügbar ist, nie müde wird und scheinbar alles weiß, was irgendwo im Internet steht. Von Social Media über Reiseführer bis hin zu Reiseblogs wie unserem. Bei uns heißt dieser Reisebegleiter nun: ChatGPT.
Ich habe vor der Reise einen eigenen GPT gebaut, speziell für China. Eine Art digitaler Reisebuddy, der genau weiß, wie wir reisen wollen. San hat damit – nach Lesen des gesamten China Lonely Planets – unsere komplette Route geplant. Und damit meine ich wirklich komplett. Orte rausgesucht, wieder verworfen, neu kombiniert, optimiert. Mehrfach, weil es für das riesige China nicht so einfach ist. Und dann nochmal.
Der große Unterschied: Du erklärst einmal, wie du reist. Was du magst. Was du nicht magst. Und ab dann arbeitet dieses System genau in deinem Stil weiter. Für jede weitere Reise.
Was sich gerade noch ein bisschen wie Spielerei anfühlt, wird in ein paar Jahren wahrscheinlich ganz normal sein. Und ich gebe zu, ich finde das ziemlich faszinierend.
Pro Tipp aus der Praxis:
Wenn ich es nochmal machen würde, würde ich direkt ein eigenes „Reisen“-Projekt anlegen. Mit mehreren spezialisierten GPTs.
einen für die Planung,
einen als Reiseführer vor Ort
einen für Vorbereitung und Organisation
So hinterlegst du deine Vorlieben einmal sauber und kannst sie immer wieder abrufen. Egal ob China, Italien oder irgendwo dazwischen.
Reisevorbereitungen für China – das solltest du wissen
Als wir vor zehn Jahren das letzte Mal in China waren, damals während unserer Weltreise in Peking, mussten wir noch mit viel Aufwand ein Visum über die Botschaft organisieren. Das ist inzwischen nicht mehr nötig.
Wie in vielen anderen Ländern erhält man als Deutscher nun eine visumfreie Einreise für bis zu 30 Tage. Wichtig ist lediglich, das Online Einreiseformular auszufüllen und die passenden Apps im Voraus zu laden.
Die wichtigsten Apps für eure China-Reise
In unserem Fall sind das:
AliPay
WeChat
DiDi
Amap
Übersetzungs-App
Trip.com
NordVPN
Surfshark (VPN)
VPN für China: NordVPN und Surfshark
Hinter der sogenannten chinesischen Firewall funktionieren Apps wie Instagram, alle Google Dienste, WhatsApp und Co nicht mehr. Wenn man plant, weiterhin erreichbar zu sein oder Zugriff darauf zu haben, empfiehlt es sich, eine VPN-App auf allen Geräten zu installieren.
Wir haben uns für NordVPN entschieden und zusätzlich noch Surfshark für einen Monat gebucht. Warum zwei? Beide nutzen unterschiedliche Technologien, um die Firewall zu umgehen. So hatten wir den Fall, dass die eine App keine Verbindung herstellen konnte, während die andere problemlos funktionierte.
Der Vorteil ist, dass wir mit einer Lizenz sowohl unsere Rechner als auch unsere Handys nutzen konnten. Wichtig ist, alles vor der Einreise herunterzuladen, einzurichten und zu testen. In China sollte man außerdem nicht offen darüber sprechen, da die Nutzung von VPN offiziell nicht erlaubt ist.
UPDATE: mit NordVPN haben wir fast die ganze Zeit Internet (meist besser via Handy statt WiFi) bekommen nur einmal nicht und da hat es via Surfshark geklappt, ansonsten hat bei Surfshark häufiger die Verbindung via Surfshark nicht geklappt.
Bezahlen in China: AliPay und WeChat
AliPay ist mit nichts vergleichbar, was wir in Deutschland kennen. Wenn ich es beschreiben müsste, würde ich sagen: eine Mischung aus PayPal und Apple Pay, allerdings mit einer Abdeckung von gefühlt 99,9 Prozent.
Während wir diesen Artikel schreiben, sind wir seit einer Woche unterwegs und haben noch kein Bargeld genutzt, geschweige denn in der Hand gehabt oder jemand damit bezahlen gesehen. Es wirkt fast so, als wäre AliPay das eigentliche Bezahlsystem. Selbst Obstverkäufer am Straßenrand haben den bekannten QR Code um den Hals hängen, sodass man dort ganz unkompliziert eine Mandarine bezahlen kann.
WeChat (Chat-App, vergleichbar mit WhatsApp) hat eine Bezahlfunktion integriert, die ähnlich wie AliPay funktioniert.
Update: Was wir vor der Reise nicht wussten und von unschätzbaren Wert vor Ort ist, WeChat übersetzt den Chat, sprich du kannst in deutsch schreiben und dein gegenüber kann es sich in chinesisch anzeigen lassen. Daher haben wir häufig beim check-in nach WeChat gefragt oder schon angeboten bekommen, da es noch einfach ist als die Übersetzungs App.
Transport: DiDi und Amap
DiDi ist das Pendant zu Uber oder Grab und eignet sich perfekt, wenn man ein Taxi benötigt, um von A nach B zu kommen.
Fun-fact: wenn du die DiDi Werbung hörst, kannst du dich bereit machen um auszusteigen, sie kommt immer kurz vorher :-)
Amap ist eine etwas eigenwillige Alternative zu Google Maps. Die Herausforderung dabei ist, dass Adressen nicht immer auf Englisch hinterlegt sind. Daher hat San im Vorfeld alle Unterkünfte angeschrieben und sie gebeten, uns die Adresse auf Chinesisch zuzusenden. Aber selbst dann ist es manchmal kompliziert und einige Funktionen von Maps würden der App gut tun.
Kommunikation vor Ort: mit der Übersetzungs-App
Die Übersetzungs-App ist beim iPhone bereits installiert. Es macht allerdings Sinn, die Sprachpakete für Chinesisch herunterzuladen.
In der Praxis greift man allerdings selten selbst zuerst darauf zurück. Sobald man im Hotel ankommt oder auf der Straße, beim Einkaufen oder im Restaurant mit Einheimischen in Kontakt kommt, wird sofort zum Handy gegriffen und die Übersetzungs-App geöffnet. Das funktioniert erstaunlich gut und ist etwas, das es bei unserem letzten Besuch vor zehn Jahren so noch nicht gab. Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten im Alltag.
Next-Level: Den nächsten Schritt habe ich ebenfalls schon ausprobiert. Aktuell noch in der Beta des iPhone Betriebssystems (iOS 26.3) gibt es die Möglichkeit, sich Gespräche direkt und in Echtzeit über die AirPods übersetzen zu lassen. Mein Gegenüber spricht Mandarin und ich höre die Übersetzung auf Deutsch über die Kopfhörer. Gleichzeitig kann ich einfach sprechen und das iPhone gibt meine Worte auf Mandarin über den Lautsprecher wieder.
Auch wenn das in Zukunft wahrscheinlich ganz normal sein wird, fühlt es sich gerade noch ziemlich besonders an und ich freue mich darüber wie ein kleines Kind.
Reiseplanung und Tickets: Trip.com und GetYourGuide
Bei Trip.com haben wir uns im Vorfeld registriert und eine eSIM für das chinesische Festland gekauft. 30 GB für etwa 7 Euro. Die Aktivierung ist super einfach und erfolgt direkt über die App. Sollte man kurz vorm Boarden machen. Außerdem kann man hierüber am einfachsten die Zugtickets buchen. Auch die Hotelauswahl ist viel größer als in Booking und bietet gute Angebote.
Als weitere Plattform können wir GetYourGuide empfehlen. Darüber haben wir unter anderem Tickets für eine Flusskreuzfahrt gebucht. Jedoch empfiehlt sich immer mit Trip.com zu vergleichen. Diese sind für gewöhnlich viel günstiger.
Unser Fazit zur China-Reiseplanung
China fühlt sich im ersten Moment anders an, als viele andere Reiseziele. Vieles funktioniert anders, wie eigene Apps, vieles wirkt komplizierter, als man es gewohnt ist, selbst wenn man in Asien schon viel gereist ist.
Und dann merkt man recht schnell, dass es vor Ort gar nicht mehr so schwierig ist, wenn man sich gut vorbereitet hat. Mit den passenden Apps und ein wenig Offenheit wird vieles erstaunlich einfach(er). Bezahlen, Navigieren, Kommunizieren (dies nur einfacher). Alles greift ineinander.
Was sich allerdings wirklich verändert hat, ist nicht nur das Reisen selbst, sondern auch die Art, wie wir es planen. Tools wie ChatGPT machen es möglich, Reisen so individuell zu gestalten wie nie zuvor.
Vielleicht geht dabei ein kleines Stück Spontanität verloren. Dafür gewinnt man etwas anderes. Klarheit und Effizienz. Und eine Reise, die sich sehr nah an dem anfühlt, was man wirklich erleben möchte.
Häufige Fragen zur China-Reise
Braucht man für China ein Visum als Deutscher?
Aktuell ist für deutsche Staatsbürger eine visumfreie Einreise für bis zu 30 Tage möglich. Voraussetzung ist unter anderem ein gültiger Reisepass, sowie die vorherige Registrierung über das Online-Einreiseformular.
Welche Apps funktionieren in China nicht?
Viele westliche Apps funktionieren in China nicht, darunter Instagram, WhatsApp, Google Maps und Gmail. Ohne zusätzliche Lösungen wie ein VPN, sind diese Dienste nicht erreichbar.
Braucht man ein VPN in China?
Ein VPN ist sinnvoll, wenn man weiterhin Zugriff auf bekannte Dienste wie Google, Instagram oder WhatsApp haben möchte. Wichtig ist, das VPN bereits vor der Einreise zu installieren und zu testen.
Wie bezahlt man in China am besten?
In China wird fast ausschließlich digital bezahlt. Am verbreitetsten sind AliPay und WeChat Pay. Bargeld spielt im Alltag kaum noch eine Rolle.
Ist China schwierig zu bereisen?
China wirkt auf den ersten Blick komplex, ist vor Ort jedoch überraschend gut organisiert. Mit den richtigen Apps und etwas Vorbereitung lässt sich das Land sehr unkompliziert bereisen.