Was, wenn das Lächeln vergangen ist? – Bangkok

Reisevorbereitung

Wir konnten die Tage bis zum Abflug kaum erwarten. Da wir schon vor mehreren Wochen angefangen haben unsere Reisetaschen wieder zu packen, hätten wir auch jederzeit früher starten können. Eine der guten Sachen, wenn man im Winter in den Sommerurlaub fliegt.

Allerdings stellten wir schon beim Packen fest, dass die 3,5 Jahre ohne Nomaden-/Reise-Leben nicht spurlos an uns vorbeigegangen sind:
“Sag mal, was hatte ich denn eigentlich immer alles dabei?”,
“Das hatte früher alles mal seinen Platz in der Tasche. Jetzt ist da nen Loch. Komisch.”

Das waren Sätze, die wir während der Weltreise oder auch in den anschließenden 2 Jahren als Digital Nomaden nicht gebraucht hatten. Da hatte das wenige Gepäck genau seinen Platz und wir hätten problemlos nachts um 3 Uhr geweckt werden können, um im Dunkeln unsere Tasche aus- und einzupacken.

Zur Vorfreude gesellte sich allerdings auch die Frage, wie es sich wieder anfühlen wird, so “lange” zu reisen. Wie haben sich die Länder und Menschen aufgrund dieser schweren Zeit verändert? Ist den Thais das Lächeln vergangen oder den Balinesen die Gastfreundlichkeit?
Eins war allerdings schon früh klar: lange ist ein relativer Begriff. San stellte schnell fest, dass die Reise viel zu kurz ist, da unsere Wunschliste, wo wir überall noch einmal, oder das erste Mal hinwollen nicht in die gerade mal 90 Tage passt. Wahrscheinlich auch nicht in 180 :-).

Blog-Umzug

Kurz vor Abflug mussten wir noch unseren Reiseblog umziehen. Daher bitte nicht wundern, wenn wir es noch nicht geschafft haben die letzten Beiträge zwischen 2010 und 2013 (ca. 30%) und alle Videos und Fotos umzuziehen. Falls wir in den 3 Monaten Zeit dafür haben, holen wir das gerne nach. Sollte es hier und da haken oder dir etwas fehlen, freuen wir uns auf eine Nachricht von dir. Natürlich kannst du auch so wieder einfach eine Nachricht da lassen. Darüber freuen wir uns immer sehr.

Der Grund, den Blog umzuziehen, war technisch bedingt. Allerdings auch ein Geschenk an uns selbst. So konnten wir im Schnelldurchlauf in unseren Reisegeschichten schmökern. Ein Lächeln im Gesicht hatten wir aufgrund der lustigen Geschichten und Momente, die wir all die Jahre gesammelt haben. Eine Träne im Auge, für die Dankbarkeit, das alles erlebt haben zu dürfen. Natürlich auch, da uns Corona vor Augen geführt hat, dass das, was wir damals als selbstverständlich genommen haben, uns von jetzt auf gleich nahezu unmöglich wurde.

Da passt ein Absatz aus dem Buch (Wiedersehen im Café am Rande der Welt) was San gerade ließt aus unserer Sicht sehr gut:

Vieles, was wir zu besitzen meinen, ist eine große Illusion. Materielle Dinge gehen kaputt, sie verlieren ihren Wert, jemand stiehlt sie ...

Erlebnisse und Erfahrungen gehören uns dagegen für immer. Haben wir sie einmal gemacht, kann niemand sie uns mehr nehmen.

Wir müssen keine Steuern bezahlen, um sie zu behalten, wie etwa bei einem Haus. Wir müssen sie nicht wie Gold oder Edelsteine an einem sicheren Ort verwahren. Sie gehören uns.

Abflug 17.12.2022

Dann war es endlich soweit. Der Tag des Abflugs war gekommen. Es fühlte sich sehr unrealistisch an und ich würde es am besten mit der Vorfreude als Kind an Heiligabend beschreiben. So ein angenehmes Kribbeln in der Magengegend. Nicht gut fühlten sich die -7 Grad an, die draussen herrschten. Sie machten es uns einfach den Flieger Richtung Sonne und 30 Grad zu nehmen.

San überlegt seit Jahren mal eine Rückführung zu machen, da sie davon ausgeht, dass sie in einem früheren Leben mal eine Thai gewesen ist oder zumindest in Asien gelebt hat. Das würde auf jeden Fall erklären, warum sich Bangkok - für viele stressig, laut und intensiv - für Sie beruhigend und wie nach zu Hause kommen anfühlt. Es könnte auf jeden Fall dafür eine gute Erklärung sein.

Wie selbstverständlich navigierten wir vom Flughafen mit den SkyTrain und der MRT (Metro) durch die Stadt zu unserem Cross Vibe Hotel. Ich würde behaupten, wir kennen uns besser im Metronetz in Bangkok aus als, im benachbarten Frankfurt.

Wie passend, dass es mit dem The Wood Land direkt um die Ecke vom Hotel, eine kleine grüne Gartenoase mit lecker Essen und Kaffee gibt. Dort stärken wir uns, bevor es zur Massage ging. Diese hatte San bereits vor Abflug gebucht. So war unser Anreise-Nachmittag perfekt. Gut, der Mango Stick Rice durfte nicht fehlen :-)

Grüne Lunge von Bangkok

“Ja, wir san mit dem Radl da” wie passend, dass in dem Song das Wort San für Sandra’s Kurzform drin steckt.
Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, dachte ich erst ich träume noch. San hatte vorm Einschlafen noch etwas recherchiert, während ich schon im Land der Träume war. Sie fragte mich, ob wir einen Ausflug auf eine der Inseln in Bangkok machen wollen. Dort kann man sich ein Fahrrad mieten und in der grünen Lunge eine Runde drehen.
Da es so viele Bilder von San auf einem Drahtesel gibt, könnte man meinen, sie wäre ein direkter Nachfahre von Jan Ullrich. Allerdings sind das nur so viele Bilder, da sie absoluten Seltenheits-Charakter haben. Wenn man San in Deutschland für eine Fahrrad-Tour, selbst in unserer schönen Rhein-Region, begeistern möchte, hat man das Gefühl ihr zu sagen das es für sie heute ohne über LOS zu gehen zum Schafott geht. Daher musste ich nicht lange überlegen und habe mich erst noch schnell gekniffen, um anschließend ja zu sagen.

So ging es mit der MRT zur Queen Sirkit National Station von dort über einen Local-Markt zum Wat Kling Toei Noa Pier, um das Boot auf die vorgelagerte Bangkachao Insel zu nehmen. Dort angekommen, sprang uns direkt schon der Radverleih an. Für knapp 2 Euro/Stunde Bikes mieteten wir uns für 2 Stunden Räder, um die Gegend unsicher zu machen.

Es ist kaum zu fassen, dass man mit nur einer 5 Minuten Bootsüberfahrt, in einer so ruhigen grünen Oase mitten in der City sein kann. Mit Palmen gesäumten Straßen ohne viel Verkehr und im Hintergrund die Skyline rund um die Sukhumvit Road, die bedeutendste Straße von Bangkok.

Wir genossen die Zeit und machten ein paar Meter. Zum Abschluss gab es Mittagessen in eins der Cafés und anschließend fuhren wir mit dem Boot wieder zurück.

Chillen

Wenn man schon häufiger in einer Stadt oder an einem Ort gewesen ist, kann man sich auch einfach mal für 2 Stunden an den Hotelpool legen, ohne das Gefühl zu haben etwas zu verpassen. Daher nutzten wir die nächsten 2 Vormittage, um am Pool fünf gerade sein zu lassen, nachmittags neue Cafés auszuprobieren und so viel Thaiessen wie möglich zu essen.

Natürlich durfte ein Drop-In beim Crossfit Training Ground BKK nicht fehlen. Es ist immer wieder schön, dass wir unseren Sport überall auf der Welt machen können. Wir bewegen uns zum einen “etwas” und kommen zum anderen immer mit Locals in Kontakt. Häufig bekommen wir coole und nützliche Tipps. Diesmal eine tolle Essensempfehlung (W Market). Für weniger als 5 Euro p.P. ging es dann ins Kino in den neuen Avatar Film, der MEGA ist.

Bali is calling

Nach dieser kurzen Stippvisite in unserer Lieblingsstadt, gehts nach nur 3 Tagen weiter in unser altes zuhause - nach Bali. Wir sind schon ganz gespannt was uns dort alles erwartet.

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Unser Canggu ist es nicht mehr

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