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Wie war’s? – 360 Tage Sommer

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360 – für uns nun eine ganz besondere Zahl, denn sind wir doch dreihundertsechzig Grad um die Erde (okay eigentlich sogar mehr) und hatten dreihundertsechzig Tage den wohl längsten und ereignisreichsten Sommer unseres Lebens. 

San untröstlich vor dem Abflug nach Frankfurt

San untröstlich vor dem Abflug

Um 05:27 landete unser Flug TG 910 aus Bangkok auf deutschen Boden, dass war dann der Zeitpunkt als uns endgültig klar wurde: Wir haben es getan! Wir haben den Rückflug nach Deutschland angetreten. Es fühlte sich so unwirklich an, haben wir noch am anderen Ende der Welt darüber philosophiert wo uns der Flieger doch überall noch hinbringen könnte. Doch nun schauten wir raus ins regennasse, graue und doch auch noch sehr kalte Deutschland. Da freuten wir uns sehr über den warmen und herzlichen Empfang von Familie und Freunden, die am Flughafen auf uns warteten bzw. über unser Nachbarn, die unseren Wohnungseingang in Deutschlandfarben geschmückt haben. Da wurde uns schnell warum ums Herz.

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Was bleibt nach einer so langen und intensiven Zeit? Sehr, sehr viel! So viel, dass man es kaum in Worte fassen kann, probieren wollen wir es trotzdem einmal.
Den Auftakt machen unsere „Zahlen, Daten, Fakten“, die ihr vielleicht noch aus der 100 Tage Reisen Zusammenfassung kennt:

Zahlen, Daten, Fakten:

Reisetage: 360
Länder: 14
Flüge: 50
Flugkilometer: 112.890 km 
Erdumrundung*: 2,8 (nach Flugkilometern) 
Flugstunden: 161,5 (anders ausgedrückt 6,7 Tage) 
WiFi Netze: 283
CrossFit-Boxen: 22
Tauchgänge: 22
Gelesene Bücher: 50
(Große) Angst: 3

*ausgehend von einem Erdumfang von 40.000 km

Fazit

  • Wir haben die vier bevölkerungsreichsten Länder (China mit 1,4 Milliarden, Indien mit 1,2 Milliarden, USA mit 320 Millionen, Indonesien mit 290 Millionen) der Welt besucht.
  • Haben in 14 Sprachen gelernt „Bitte“ und „Danke“ zu sagen.
  • Waren mehrfach Millionär (u.a. Indonesien 1 Mio = 66 Euro) und haben gelernt Geld in 14 verschiedenen Währungen wieder auszugeben 😉
  • Beeindruckende Tempel in Chiang Rai und Siem Reap haben wir gesehen.
  • Sind bei einer spirituellen Zeremonie in Udaipur und auf einer Beerdigung der Toraja’s gewesen.
  • Sind auf der längsten Mauer der Welt spazieren gegangen und haben gelernt, dass man sie eben nicht aus dem Weltall sehen kann.
  • Haben die Kulturschatztruhen Kyoto und Nara besucht.
  • Wir waren bei Gandhi „zuhause“ und haben uns von seinem Leben inspirieren lassen und damit die Geburtsstätte des heutigen Indiens besucht.
  • Waren am Geburtsort der USA, wo Freiheitskämpfer unter Anleitung eines preußischen Generals sich neu formierten und anschließend die Briten in die Flucht geschlagen haben.
  • Waren in der Stadt, von dem größten Drogenboss der Welt, dessen Namen man nicht sagen darf.
  • Sind einen Teil der bekannten Panamerika gefahren und haben vergeblich versucht die letzten Seesterne zu retten.
  • Haben die zweithöchsten Bäume des Planeten gesehen (Waxpalmen/Salento) und uns die höchsten für die nächste Reise aufgehoben 😉.
  • Auf 49 Flügen (aber 50 Start und Landungen wegen einem medizinischen Notfall) sind wir insgesamt 1,5x um die Welt geflogen (rein nach Kilometern aber 2,8x)
  • Waren in 6 der 7 Weltmeere schwimmen.
  • Wissen nun, wo der Pfeffer wächst und wie unsere Bananen den 26m Höhenunterschied zwischen pazifischen und atlantischen Ozean meistern
  • Waren auf Kamelen und Pferden reiten und mit Manta’s tauchen.
  • Haben in Bussen, in der Wüste, auf hoher See, auf dem Flughafen und in ganz vielen unterschiedlichen Betten geschlafen.
  • Haben in 10 von 14 Ländern CrossFit Boxen besucht und die schönste war in Medellin (CF Deluxe) und der härteste Trainer in Canggu.
  • Haben gelernt, wie Silberschmuck gemacht wird, wie Miniatur gemalt wird, wie hart es ist Kakao-Bohnen zu Schokolade zu verarbeiten und die richtigen Kaffeebohnen zu ernten und wie wir zuhause alle mit thailändischer Massage quälen können ;-).
  • Wurden dreimal einfach vergessen und somit nicht abgeholt, kamen aber doch immer an unserem Ziel an.
  • Haben einer Kinderschule geholfen den nächsten Schritt Richtung Zukunft zu machen und haben eine Frau vor ihrem brutalen „Neandertaler“ Freundes gerettet.
  • Konnten nicht herausfinden, was passiert wenn der Reisepass voll ist, aber was man machen muss, um einen neuen im Ausland zu bestellen.
  • Wir haben gelernt Suppe mit Stäbchen zu essen und den richtigen Kaffee schwarz zu trinken.
  • Und (für uns normal und kein Drama, aber von vielen angesprochen): wir waren 357 Tage von den 360 Tagen mehr oder weniger rund um die Uhr zusammen. Wenn wir nicht schon verheiratet wären, würden wir es spätestens jetzt machen, denn welcher Test könnte größer sein?
  • Auch wenn wir eine Auslandskrankenversicherung gehabt haben, hat auch sie nichts gegen unser Reisefieber machen können, welches nun sicher noch stärker ist, als je zuvor…

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Gedanken San:

Wie soll man so ein Jahr nur in Worte fassen, wenn diese nie das Erlebte ausdrücken oder erklären können.

Wir hatten ein unglaubliches Jahr voller Glück, voller wunderbarer Menschen, voller Erlebnisse. Wir hatten uns, und wir hatten Zeit. Wir mussten immer wieder innehalten, um zu reflektieren, welches Glück wir haben, ein solches Jahr erleben zu können: gemeinsam.
Bei einer solchen Reise fängt man an, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie ist unbeschreiblich schön, vielfältig und hat so viele tolle Nationen, dass ich jetzt erst recht nicht verstehe, warum wir alle nicht unser Leben wertschätzen und friedlich miteinander leben können.

Man lernt die Welt und sein Leben auf solch einer Reise wertzuschätzen und erkennt das erste Mal richtig, dass man nur ein Leben hat, welches es gilt in vollen Zügen auszukosten.
Man hinterfragt Dinge und sieht Vieles plötzlich mit anderen Augen. Man lernt unglaublich viel, sieht über den Tellerrand hinaus, muss unzählige Herausforderungen managen, öffnet sein Herz und wird geduldiger mit sich selbst.
Man sieht aber auch schreckliche Dinge. Man sieht, wie wir alle diese wunderschöne Welt mehr und mehr zerstören, sieht wie in manchen Ländern Frauen immer noch um Gleichberechtigung kämpfen müssen und sieht auch Armut.

Wenn man dann in Deutschland wieder zurück ist, fällt es umso schwerer zu verstehen, warum die Leute hier so undankbar sind. Undankbar mit dem Leben, welches sie haben, dem Essen, welches immer vorhanden ist, dem Trinkwasser, welches einfach so aus dem Hahn kommt und dem immer noch guten Krankensystem, welches wir hier haben. Leider beschäftigen sich viel zu viele der Menschen hier mit dem Leben der anderen, statt ihr eigenes zu reflektieren und in vollen Zügen zu genießen. Machen das, was die Gesellschaft erwartet, aber sie vielleicht gar nicht glücklich macht. Hetzen der Zeit und Verpflichtungen hinterher, anstatt sie sich für die Lieben zu nehmen. Es wird gemeckert, über andere hergezogen und einfach nicht genossen.
Auch das erkennt man, wenn man reist.

Sicher haben wir uns durch dieses Jahr verändert. Wir selbst merken es vielleicht gar nicht so, weil es für uns ein (gemeinsamer) Prozess war. Aber wir werden definitiv versuchen, uns diese Sicht und Gefühle so lange wie möglich zu behalten. Und, diese Reise ist nicht zu Ende. Die Welt ist zu groß für ein Leben und dafür gibt uns das Reisen einfach zu viel.

Viele fragen mich, was das Schönste der Reise war. Bisher stand ich ratlos vor ihnen und habe immer zurückgefragt, wie man ein Jahr in einen Höhepunkt packen soll und gemeint, dass die Reise im Gesamten der Höhepunkt war.
Nun aber, nach diesen Worten hier, weiß ich endlich, was das Schönste für mich war und weswegen ich mich schwer damit tue, diese Zeit als beendet zu sehen: ich war frei, das erste Mal im Leben habe ich einfach nur das gemacht, was ich wollte, was mir wichtig war und ich hatte Zeit. Zeit für mich und für uns, und Zeit mein Leben, das einzige was ich hab, in vollen Zügen zu genießen.

Meine Antwort ist daher ab heute: Zeit, denn Zeit ist das beste Geschenk.

 

Wer über unsere Planung der Reise noch nicht gelesen hat, den nehmen wir gern mit auf eine kleine Zeitreise, zurück vor fast genau einem Jahr, als wir gerade in der Planung der Weltreise Route (hier geht es zur tatsächlichen Route) waren, und uns um das Thema: „Was nehme ich mit auf eine Weltreise?“ Gedanken gemacht haben. Natürlich darf das große Thema der Budgetierung während der Reise nicht fehlen, immerhin konnten wir so 12, statt der geplanten 9 Monate reisen. Viel Spaß beim Schmökern :-)

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Link sammlung:

und  hier noch mal alles zur Vorbereitung:

 

4 Kommentare

  1. Edith Palmer sagt

    Beeindruckend was ihr in den 360 Tagen erlebt habt. Sehr informativ, wie immer super Artikel. Sind stolz auf Euch👍👍

  2. Benny sagt

    Wahnsinn!!!!!!!! Ich freu mich für euch, dass ihr all das erleben konntet und auch, dass ihr uns dran teilhaben lassen habt. Dankeeeeee 😉👍🏼

  3. Galina sagt

    So ein schöner und so gut nachvollziehbarer Blogeintrag! Sandra, du bringst es wirklich auf den Punkt… Zeit und einfach ein „selbstgesteuerter“ Alltag, im Gegensatz zu dem, den man meistens zuhause hat. Hoffe wirklich, ihr könnt dieses Lebensgefühl noch möglichst lange aufrecht erhalten. Und schön, dass wir euch zumindest an zwei von 360 Tagen ein bisschen begleiten dürften :) Umarmung zu euch aus Zürich!

  4. Bernd sagt

    >>Meine Antwort ist daher ab heute: Zeit, denn Zeit ist das beste Geschenk.<< SAN

    Besser kannst Du es kaum ausdrücken. Das Leben und die Menschen genießen. Im Kleinen, im Privaten, zu Hause oder auf Reisen. Ihr konntet im Hier und Jetzt leben. Nehmt das mit, so lange Ihr könnt.
    Dazu fällt mir nur noch folgendes Zitat ein:
    <> Jean-Jacques Rousseau

    Ein sehr schöner Blog und danke für die vielen tollen Eindrücke!

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