Aktuell, Reisetipps & Fazit, Tipps
Schreibe einen Kommentar

100 Tage Reisen

leichtesgepäck_reise_blog_weltreise_info_tipps_2016_002
01.07.2016 ::
Boom! Schon sind die ersten 100 Tage unserer Reise rund um die Welt vorbei. Zeit für ein erstes Zwischenfazit und Zeit, unsere Gedanken bis zu diesem Meilenstein einmal festzuhalten. Erste Erkenntnis: Wir haben es nicht in 80 Tagen um die Welt geschafft 😀

Die Welt wird immer größer

Immer wieder bekommen wir die Frage gestellt: Warum reist ihr eigentlich?
Ich glaub das ist schwer zu beschreiben. Meine beste Freundin sagte nach meiner ersten Fernreise 2008 nach Thailand zu mir, dass sich etwas an mir verändert hat bzw. ich mich  und ob etwas passiert sei. In dem Augenblick verneinte ich. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste:Ich hatte mich mit dem Reisevirus angesteckt. Nach nun über 45 Ländern, was etwas um die 22% des Planeten Erde sind, ist keine Heilung in Sicht. Mit jedem bereisten Land wird die Welt nur größer und nicht kleiner, wie man vielleicht annehmen mag. Aus dem Geografie-Unterricht kennt man noch die Weltkarte in der jedes Land einfach in einer Farbe dargestellt wird. Wenn man dann vor Ort ist, stellt man allerdings schnell fest, dass es sich nicht nur um eine Farbe, sondern um viele Farbabstufungen handelt. In andere Länder und Kulturen einzutauchen und so viel wie möglich über Land und Leute wie ein Schwamm aufzusaugen, gibt uns dabei soviel, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Es lehrt uns aber auch Demut, Vertrauen und Gelassenheit und dass die Welt, in der wir aufgewachsen sind und heute noch leben, nicht die einzige auf diesem wunderbaren Planeten ist.

 

Zahlen, Daten Fakten:

Reisetage: 100
Länder: 7
Flüge: 16
Flugkilometer: 35.280 KM 
fehlende Flugkilometer bis zur Erdumrundung*: 4.720 
Flugstunden: 53 
Unterkünfte: 29
CrossFit-Boxen: 6
Tauchgänge: 5
Bücher: 17
Denken, dass man stirbt bzw. große Angst: 1

*ausgehend von einem Erdumfang von 40.000 Km

Momente

Wie heißt es so schön: Reisen ist die beste Gelegenheit mit Vorurteilen aufzuräumen und seinen Horizont zu erweitern. Das stimmt wohl. Es gibt so viel Schönes, aber auch soviel Schreckliches zu sehen, wenn wir da nur an die Umweltverschmutzung durch Plastik denkt. Zum Glück sind es immer noch mehr schöne Sachen die von uns entdeckt werden wollen, als die schlechten, die uns zum Nachdenken anregen. Nicht immer läuft alles nach Plan oder ist in dem Moment einfach, aber am Ende konnten wir uns bis jetzt immer mit einem Lächeln daran zurückerinnern und haben eine weitere Geschichte zu erzählen. Und unser Wagon ist mittlerweile voll damit :-)
Passiert & notiert bzw. Sachen, die zuhause so nicht passieren!
  • ein Katamaran per WhatsApp und Taschenlampe navigieren (Koh Jum/Thailand)
  • den Künstler/Architekt eines bedeutendes Tempels treffen (Chiang Rai/Thailand)
  • bei einer privaten CrossFit-Einheit Zuschauer haben (Luang Prabang/Laos)
  • 4-Tage nicht trocken sein, da an jeder Straßenecke ein Eimer Wasser lauert – Pi Mai/Songkran (Laos)
  • den Hotelangestellten schwimmen beibringen (Siem Reap/Kambodscha)
  • während des Reifenwechsel in der Küche des Mechanikers Mittagessen vorbereiten helfen (Siem Reap/Kambodscha)
  • mit dem Scooter Slalom um Kühe und Hühner fahren (Kampot/Kambodscha)
  • zu dritt auf dem Motorrad sitzen, wobei der letzte in der Reihe auf dem Schutzblech sitzt (Phnom Phen/Kambodscha)
  • auf eine 22.000 km lange Mauer klettern (Peking/China)
  • das kleinste Seepferdchen der Welt suchen und finden (Bunaken/Indonesien)
  • während eines Tropensturms im Jungle mit einem Moped unterwegs sein (Bunaken/Indonesien)
  • die härtesten CrossFit Workouts der Welt machen (Canggu/Bali/Indonesien)

Erfahrungen zu machen ist besser, als Erwartungen zu haben!

Die Weltreise hat mich aber auch schon gelehrt, dass sie ein täglicher Wettlauf mit dem Tagesbudget ist. In Deutschland mache ich mir selten Gedanken, wenn ich mir z.B. für 3-4 Euro einen Kaffee gönne, wenn ich gerade Lust drauf habe. Hier sind das schnell 10-20% vom Tagesbudget. Aber ich habe eine gute Finanzministerin mit ihrer allumfassenden Budget-App (Trail Wallet) an meiner Seite :-)
Da wir selten Unterkünfte mit Essen haben, bekommt auch das Thema Essen bzw. Nahrungssuche eine ganz andere Rolle im Tagesablauf zugeordnet. Zuhause geht man schnell mal an den Obstteller oder Kühlschrank und macht sich ein Brot. Auf Reisen ist es gleich ein: wann gehen wir, wo, wie essen und auf was haben wir eigentlich Lust. Damit fängt die Suche erst an. So lernt man aber auch viele neue Sachen zu probieren und lieben, wo man vorher nicht mal wusste, dass es sie überhaupt gibt und Obst gibt es meistens direkt vom Baum neben uns :-) Unsere Länder-Lieblings-Essens-Liste ist gewaltig gewachsen. Eigentlich muss man es nur sehen, als das was es ist: Man geht mindestens drei Mal am Tag auswärts essen ;-).
Du magst…
  • … immer in einem guten, weichen Bett schlafen,
  • … dein Lieblingsbrötchen und Brot vom Bäcker zum Frühstück oder Abendessen,
  • … rund um die Uhr Strom zu haben,
  • … keine lästigen Behördengänge mit Anstehen und langen Wartezeiten nur um einen Stempel zu bekommen,
  • … wissen, was du abends isst,
  • … gerne deine Woche planen und morgens schon wissen, was dich im Laufe des Tages erwartet,
  • … es nicht auf fremde Menschen zuzugehen und ihnen zu vertrauen löst bei dir Unbehagen aus,
  • … es beim Verreisen auf dem Boden zu bleiben,
  • … deutsche Pünktlichkeit,
dann ist eine Weltreise nichts für dich!
Magst du aber:
  • beim Einschlafen das Meeresrauschen und Jungle-Geräusche nicht nur von einer CD hören,
  • nach dem Aufwachen, mit eben diesen Geräuschen aufwachen und anschließend noch schnell vorm Frühstück ins Meer springen,
  • einen Sternenhimmel sehen, von dem du dir nicht vorstellen kannst, dass es ihn gibt,
  • am Morgen aus deinem Zelt rausschauen und bei einem traumhaften Sonnenaufgang das Panorama bei einer Tasse Kaffee zu genießen,
  • dich von Gerüchen verführen zu lassen und andere Küchen und verrückt aussehende Sachen zu probieren,
  • dich von anderen Menschen inspirieren zu lassen oder einfach ihre verrückte Lebens-oder Reisegeschichten zu erfahren,
  • zu sehen, wie weit du kommst, wenn du mit Händen und Füßen Sachen erklären kannst,
  • deine Reisepassdaten auswendig lernen, nur damit du die Immigrations-Papiere schneller ausfüllen kannst,
  • anhand des Flughafenkürzels identifizieren, welcher Reisende wo herkommt,
  • wenn du jeder Zeit die Sicherheitseinweisung im Flugzeug übernehmen könntest, sollte einer der Flugbegleiter ausfallen,
  • dich morgens nach dem Aufwachen in ein neues Abenteuer zu stürzen
  • mit dem Wissen, dass der Bus schon irgendwann kommen wird um dich abzuholen, relaxt bleiben und
  • immer noch locker bleiben, auch wenn es absolut chaotisch zugeht, du am Ende des Tages aber trotzdem ankommst, wo du hin willst …
… dann dürfte individuelles Reisen genau dein Ding sein und eine Weltreise eine gute Möglichkeit genau das Alles zu erleben.

Stay hungry, stay foolish

Wie fühlen sich also 100 Tage ohne festen Wohnsitz mit immer wechselnden Variablen wie Sprache, Kultur, Essen und Währung an? Ganz ehrlich. Wie sich Urlaub eben anfühlt :-) Hört sich komisch an, ist aber so. Für uns stellt sich jedes Land wie eine eigene Reise dar und irgendwie in sich geschlossen. Und dann kommt mit dem nächsten Land der nächste Urlaub. Sprich, wie eine Aneinanderreihung von Urlauben, mit dem Unterschied, dass man immer einen Schritt – in unserem Fall ein Land – im Voraus planen muss. So sind wir gerade in Sulawesi/Indonesien und lesen neben dem Reiseführer für dieses tolle Land auch schon den für Indien und planen die groben Meilensteine dort, obwohl wir noch einige tolle Stationen in Indonesien haben.
Für uns geht das Abenteuer weiter und wir freuen uns auf jeden einzelnen, noch unbekannten Tag der vor uns liegt mit all seinen Farben.
Aber das Schönste ist, dass wir dass zusammen erleben dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *