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Let’s get wet – Tauchen in Amed & Nusa Lembongan (2)

Broken Bay
12.-24.07.2016 ::

Im ersten Teil unseres Aufenthalts auf Bali`s Nachbarinsel Nusa Lembongan haben wir von Unterwasserstürmen und jeder Menge Regen berichtet – inklusive Video :-) Lest im zweiten Teil von Sommer, Sonne, Sonnenschein und was wir alles auf einem tollen Ausflug nach Nusa Penida erlebt haben und welche alten Bekannten von unserer Reise wir wiedergetroffen haben.

Darf ich vorstellen: Eure Majestät

Nachdem wir uns vom ersten Tauchgang mit dem Unterwassersturm erholt hatten und die Wunden verheilt waren, musste ich den zweiten Tauchtag kurzfristig dank eines 24-stündigen Essen-Knockouts ausfallen lassen :-( Dafür standen die Chancen sehr gut, dass ich bei meinem vorerst letzten Tauchgang endlich wieder Mantas sehen konnte. Bei meinen nun mehr als 90 Tauchgängen hatte ich erst bei einem meiner ersten Tauchgänge das Glück einen vor die Maske zu bekommen. Was soll ich sagen, sie haben sich nicht feiern lassen und sind sogar im Rudel von mindestens 4 Stück aufgetaucht. Das majestätische Gleiten eines Mantas unter Wasser zu sehen, ist wohl das Eleganteste was Einem passieren kann und mit Worten kaum zu beschreiben. Ich bin jetzt noch ganz neben mir vor Freude!

Da war es auch zu verschmerzen dass beim zweiten Tauchgang in der Crystal Bay aufgrund der extrem vielen Taucher Gruppenkuscheln angesagt gewesen ist. Unseren zwei Tauchbuddies Inga und Carsten war das genauso egal wie Markus und mir, hatten wir alle noch die tollen Bilder vom ersten Tauchgang vor Augen. Mit den frisch Verlobten Hanauern (Carsten hat Inga kurz zuvor auf Bali beim Tauchen einen Heiratsantrag gemacht) stießen wir dann Abends bei der Beach Party unserer neuen Tauchbasis Blue Corner Diver auf die Mantas an.

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Der Freizeitpark von Bali

Schon bei unserer Ankunft auf Lembongan in der Mushroom Bay stellten wir fest, dass 4 Jahre eine verdammt lange Zeit in der Tourismusentwicklung, gerade in Südostasien sind. Vier Jahre ist unser letzter Besuch auf der Insel her. Damals schnappten wir uns einen Scooter um in der gemütlichen Bay zu planschen. Heute fahren dort im Halbstundentakt die Speedboote von Bali ein und aus. Da würde mich keiner mehr ins Wasser kriegen. Die Fische und Korallen haben sich bestimmt ebenfalls verabschiedet. Passend dazu liegen zwei schwimmende Miniatur-Freizeitparks vor der Insel vor Anker, die auf die meist chinesischen Tagesausflugsgäste von Bali mit Bananenboot, Paraflying und Rutschen warten.

Am nördlicheren Teil des Jungut Batu Beaches, der damals weit ab vom Schuss war und wenig beliebt, haben die Fischer das Seegras angebaut und es nach der Ernte zum Trocknen an den Strand gelegt, was einen sagen wir mal eindringlichen Algengeruch erzeugt hat. Man konnte jeden Nachmittag, wenn die Ebbe weiter fortgeschritten war, den Männern und Frauen dabei zusehen, wie sie aus ihren meist sehr einfachen und bescheidenen Häusern direkt am Strand auf die Felder gingen, um das Seegras einzusammeln. Währenddessen die Kinder meist am Strand spielten und die Jugendlichen mit uns beim Beachvolleyball ihren Spaß hatten bis die Sonne unterging.

Die Häuser der Fischer mussten nun schicken Unterkünften weichen und die Seegrass-Anbaufelder liegen heute brach, da es wahrscheinlich dem Tourist nicht zuzumuten ist den Duft der einstigen Haupteinnahmequelle der Inselbewohner einzuatmen. Spielende Kinder am Strand – Fehlanzeige. Von Einheimischen die sich mit Besuchern ihrer Insel ein Volleyballfeld teilen, fehlt ebenso jede Spur wie das Lächeln der nun meist im Hotel/den Gästehäusern angestellten ehemaligen Fischer.
Was ist nur in den 4 Jahren hier passiert!? Was uns auf der Inseltour aufgefallen ist, neben der nun gut ausgebauten Ringstrasse über die beiden verbundenen Inseln Lembongan und Ceningan (wobei hier der Ausbau noch fehlt), sind die überdimensionalen Schilder deren Sprache eindeutig ist, auch wenn unser Indonesisch dafür noch nicht ausreicht: Stoppt den weiteren Ausbau der Insel!

Passiert & Notiert

Gleich am ersten Abend konnten wir den freizügigen Liebesakt zweier Hunde am Strand beobachten, was in den folgenden Tagen jeden Tag der Fall sein sollte. Am Strand, zwischen den Sitzsäcken, hinter den Liegen – alles war möglich :-) Meist handelte es sich um eine scheinbar nymphomanisch veranlagte Hündin, die ihre Vorliebe des Miteinanders gerne mit vielen verschiedenen Partner auslebt. Sollte sie schwanger werden, haben die Welpen vermutlich vorne und hinten unterschiedlich langen Beine und das Fell ist schwarz braun, gestreift mit Punkten drauf, Vater unbekannt 😉

Aber das war nicht der eigentliche „Höhepunkt“ des Aktes, denn sie wand sich jedesmal nach kurzer Zeit vor Schmerzen auf den Boden und jaulte auf, während sie versuchte dem Herrn in die Eier zu beißen. Die Hunde steckten nämlich fest und er konnte „ihn“ in den nächsten 20-30 Min nicht rausziehen. So lange dauert dieses ohrenbetäubende Schauspiel. Jeden Tag! Wir erst mal Dr. Google nach Scheidenkrampf bei Hunden gefragt und sind dann drauf gestoßen, dass solange der Schwellkörper im Penisknochen des Rüden mit Blut gefüllt ist, man sie nicht trennen darf/kann und sie da durch müssen. Jeden Tag wie gesagt! Sachen gibt’s :-)

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Doch noch ein Stück Indonesien

Nachdem wir über die mehr als rasante Entwicklung und den Ausbau von Nusa Lembongan negativ überrascht waren, entschieden wir, die große Nachbarinsel Nusa Penida per Tagesausflug zu erkunden. Verlockend fanden wir das Angebot von Nusa Penida Tours eine 2D1N (zwei Tage eine Nacht)-Tour zu machen, wo man die Nacht an einen der Traumstrände verbringt. Wir entschieden uns dann aber dafür die Erkundung der unter Naturschutz stehenden Insel selbst per Motorbike (Scooter) zu machen und sollten die Entscheidung nicht bereuen. Das Abenteuer fängt schon mit der Anreise an, denn es gibt nur eine Fähre morgens um 6 Uhr. Ansonsten muss man mit einem der Fischer verhandeln, die einen dann rüber fahren und wieder abholen. So bezahlten wir 450.000 IDR (30 Euro) für uns drei, was uns in Ordnung erschien und los ging das Abenteuer. Das nur 15 Min Bootsfahrt notwendig waren um das mittlerweile sehr touristisch erschlossene Lembongan hinter uns zu lassen, ist kaum zu glauben. So konnten wir Markus zum Abschluss auch noch zeigen wie es ist, wenn man mit offenen Armen empfangen wird und auf Menschen trifft, die von der Touristen-Maschinerie noch nicht überrollt wurde. Das schließt dann aber auch gleichzeitig ein, dass der Strassenausbau nach wenigen Kilometern zu Ende war und wir über „Strassen“ weiter gefahren sind, die wir in Deutschland mit „querfeldein“ beschreiben würden. So groß und tief waren die Löcher in der Strasse. Wir haben es nicht anders gewollt :-) Dank der App Maps.me hatten wir einen Anhaltspunkt wo es lang gehen konnte, denn auch Wegweisser waren bis auf einen, der quasi aus dem Nichts auftauchte, nicht vorhanden. Hab ich schon erwähnt dass die Einheimischen sehr freundlich waren? So konnten wir sie immer nochmal fragen, ob der Weg, den wir eingeschlagen hatten richtig war, während die Kinder erwartungsvoll am Wegrand standen und auf einen High-5-Handschlag mit den weißen Besuchern gehofft warteten. Dem Wunsch sind wir natürlich gerne nachgekommen.

Mit Po-Schmerzen und ordentlich durchgeschüttelt sind wir am Ziel, dem Broken Beach angekommen. Der Broken Beach ist ein riesengroßes „Loch“ in dem durch einen kleinen Zugang zum Meer immer wieder Wellen reinrollen, dazu gab es noch die grandiose Aussicht auf die Steilküste, die sich direkt dahinter befindet. Nach einer kurzen Wanderung kamen wir bei unserem zweiten Highlight, dem Angels Billabong (Wasserloch) an. Wir schauten uns eine Weile die grün-blaue Wassererhöhung an, die je nach Gezeiten etwas höher gelegen ist als der Meeresspiegel, bevor ich entschied herunterzuklettern, um in der fantastisch aussehenden „Bucht“ eine Runde zu schwimmen. Herrlich!

Natürlich konnte San sich das auch nicht nehmen lassen sich eine Runde darin abzukühlen. Als plötzlich, wie aus dem Nichts eine der Wellen vom Meer in die Bucht hineinschwappte. Als dann zwei weitere größere folgten, wurde uns allen ganz schön mulmig in der Magengegend, hätte es für Sandra kein Halten gegeben und sie wäre bei dem Rücklauf aus dem Billabong gespült worden und auf das offene, sehr wellige Meer hinausgetrieben. Gott sei dank hatte sie schnell reagiert und sich nach der ersten Welle bereits an einen der erhöhten Felsvorsprünge festgehalten und ist dann in Sicherheit geklettert noch bevor ich zum Rand heruntergestiegen war! Puh.

Sehr glücklich über den tollen Tag auf der Insel aber erschöpft von der Scooterfahrt holte uns unser Fischer pünktlich wie die Maurer ab und brachte uns zurück in unsere Pemedal Beach Bungalows. Wir hoffen dass Penida sich diese Ursprünglichkeit erhalten kann, auch wenn wir eher denken, dass dass nicht der Fall sein wird.

Letzter Abend mit alten Bekannten

Unser letzter Abend wurde mit dem ersten tollen Sonnenuntergang während unseres Aufenthalts eingeleitet. Darauf lässt sich aufbauen.

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Den Warung Bumbu hatte Sandra via TripAdvisor gefunden. Wir hatten Glück noch einen Platz in dem Lokal, welches wie ein überdimensionaler Strohhut aussieht, zu bekommen, sind doch scheinbar viele dem guten Ruf gefolgt. Man sitzt an einem großen Baumstamm der als Tisch dient und parkt seine Füße im Sand, während man die Aussicht auf Bali’s Küste und den Vulkan Gunung Agung genießt. Mein Thunfisch-Steak wurde in einem Bananenblatt zubereitet und war in würziger, leicht scharfer Tomatensoße so auf den Punkt, dass das Fleisch auf der Zunge förmlich zerfallen ist. Es war so lecker, ich hätte sterben können.

Das leckere Essen sollten wir nicht alleine genießen, sondern bekamen Besuch von Thomas, Sabine und ihren zwei Kids Max und Laurenz. Die sympathische Familie besuchten wir ja während unserer Zeit in Bangkok und nun kam es fast zufällig zum Wiedersehen.

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Nach einem mehr als unterhaltsamen Abend stand nach der Wiedersehensfreude auch gleich leider wieder Abschied nehmen an. Für uns in dem Fall gleich doppelt, denn es sollte auch der letzte gemeinsame Abend mit Markus sein. So endet eine tolle Zeit zu dritt und wir müssen uns nun nach 15 Tagen mit Reisebegleitung erst einmal wieder daran gewöhnen „alleine“ weiterzureisen.

Zum Abschluss haben Markus und ich noch einen Bali-HAI gefunden, was dann auch leider für dieses Jahr das letzte gemeinsame Erlebnis mit ihm sein sollte.

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Unsere Reise führt uns zurück nach Sulawesi, wo wir uns in Rantepao (Tana Toraja) die Beerdigungszeremonien anschauen wollen.

Ganz viele neue Bilder sind online. Es war sehr schwer mich zu entscheiden.

Impressionen :: Indonesien 

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