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Malediven

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26.-31.03.2013 ::

Nach einer Nacht in der Durchgangsstadt Negombo, die wir nach 118 km und mal wieder fast 6 Stunden anstrengender Busfahrt erreicht haben, ging es heute morgen in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen der ganz in der Nähe ist.
Unser Ziel für den Tag: 8 Uhr in der maledivischen Hauptstadt (der kleinsten Hauptstadt der Welt) zu landen und spätestens 60 min später in dem Cyan farbenen Wasser zu baden und mit den Fischen zu schwimmen!

Die Einstimmung auf unseren Pauschalurlaub, übernahmen beim morgendlichen Kaffee am Flughafen Landsleute am Nachbartisch. Ruhig bleiben fiel schwer, aber es war selbst für Sandra noch zu früh um denen klar zu machen, dass sie besser zuhause bleiben sollten :-)
So lauschten wir ihren Luxus-Problemen der Kategorie: 4-5 Sterne Hotels auf Sri Lanka die nicht deutschem Standard entsprechen! Das war unsere Einstimmung in den Tag und sollte der Beginn einer aufregenden Erfahrung werden.

In Male bei der Immigration waren soviel deutsche unqualifizierte Kommentare von links und rechts zu hören dass wir zwischenzeitlich überlegt hatten, uns von nun an nur noch auf englisch zu unterhalten, bis wir abreisen. Spätestens am Kofferband war klar, die Deutschen sind da. Alle drängten sich direkt dicht am Rand des Bandes und ließen keine Gasse, was auch ein Phänomen ist, welches wir immer wieder gerne in Frankfurt am Airport beobachten. Wir machen uns dann immer den Spaß und stürmen dann, ohne Rücksicht auf Verluste zum Band und ziehen in einem möglichst großen Radius den Koffer mit viel Schwung vom Band in der Hoffnung das dass auf Dauer zur Erleuchtung führt und wir nicht erst ein Gesetz oder Absperrband auf dem Boden brauchen. „Do Not Cross the line / bitte hier warten“.

Vom Kofferband in FFM zurück auf unser kleines paradiesisches Atoll: Fihalhohi. Da setzte kurz bevor unser Boot anlegte der Regen ein und eine Erkenntnis die ich schon vor längerer Zeit gemacht habe, bestätigte sich. Auch im Paradies regnet es! Das aber immerhin bei angenehmen 31 Grad, was den Regen schnell vergessen lässt.
Mit gutem Deutsch von unserem Hotel-Manager begrüßt, sollten wir sofort wissen welche Fahne hier auch gehisst werden könnte.
Schnell eingecheckt, das traumhaft schöne und riesengroße Zimmer bezogen, uns umgezogen und ab ins Wasser, was wieder erwarten nicht die 30 Grad von Sri Lanka hatte. Der weiße Strand der einem ab dem Flughafen schon begleitetet, ist bei Sonnenschein so hell, dass es ohne Sonnenbrille in den Augen weh tut.
An unserer Seite des Atolls waren an dem langen und breiten Strand etwa überschaubare 20 Personen, wenn überhaupt. Das waren überraschend wenige, wie wir positiv feststellten.

Da wir kein Frühstück hatten, freuten wir uns um so mehr auf das Mittagessen unserer Vollpension :-) Unsere Nachbarin machte ihren Mann schon rund, wo er denn bleiben würde, er lag noch neben uns, sie war schon ausgeh‘ fertig, und uns wurde klar, das essen hier ein wichtiges Tagesereignis ist, welches eingehalten werden muss. Die kurzen Zeiten wurden uns ebenso militärisch von unserm deutschsprechenden Manager mitgeteilt.
Das ist natürlich eine Umstellung für uns, essen wir natürlich sonst immer nur wenn wir oder Sandra Hunger hat :-) aber an geregelte Mahlzeiten kann man sich gewöhnen.
Beim Betreten des Restaurants traf uns allerdings der Schlag. Es gab ca 300 Sitzplätze (!) für 300 Gäste, wie wir wenig später erfahren sollten. Da wir noch keine 2 Stunden da waren und die Zeit lieber mit Plantschen und Schnorcheln verbracht haben, als eine Volkszählung zu machen, fiel uns die Kinnlade herunter. Ein Gewusel wie im Hofbräuhaus oder bei der R+V in der Kantine (würde mich mal interessieren ob die 250 Sitzplätze haben).
Da keine freie Platzwahl bestand, mussten wir alle Tische nach unserer Zimmernummer absuchen. Ohne Erfolg. Wir suchten uns einen der vielen Kellner, der uns fragte „where are you from“ ich dachte mir, na sein englisch ist vielleicht nicht das beste, die einzig wichtig Info für ihn kann nur die Raum Nr sein: „Room 33“! Er wiederholte anschließend die Frage, also war die Antwort wohl falsch. Diesmal die richtige Antwort. „Germany“. „Ah ok German corner!“ Nee einfach nur ein Tisch, egal ob deutsch oder was auch immer! Es folgte eine kurze Grundsatz-Diskussion darüber ob Deutsche nur in der deutschen Ecken sitzten müssen/dürfen und selbst seine Androhung uns bei Russen an den Tisch zu setzten, ja hat er wirklich so gedroht :-), hat uns nicht abgeschreckt. Er hat es wohl auch versucht, allerdings waren die „russischen Mädels“ aus der Schweiz und ganz sympathisch.

Ich hab mich nach dem Essen erst mal fürs Tauchen morgen eingeschrieben, in der ebenfalls deutschen Tauchschule. Mir ist aufgefallen, dass in dem Wort MaleDIVEn das Wort Tauchen völlig zurecht vorkommt, denn allein das was man beim Schnorcheln an bunten Fischen direkt freihaus geliefert bekommt, ist deutlich mehr als das, was es auf Sri Lanka beim Tauchen zu sehen gab! So z.B. waren wir noch keine 2 Minuten im Wasser und hatten schon ein kleinen Riff-Hai um uns herum und später noch eine große Wasserschildkröte gesehen. Aber auch der Rochen drehte immer fröhlich seine Runden direkt am Strand, sehr zur Begeisterung der Schaulustigen.

Das Tauchen in den kommenden Tagen musste ich allerdings alleine machen, da Sandra sich auf Sri Lanka am letzten Abend, nachdem es sich abgekühlt hatte (es waren nur noch 27 statt 36 Grad) einen Schnupfen eingefangen hat.
Drei der insgesamt vier Tauchgänge waren super gewesen, auch wenn man auf den Malediven nicht wirklich tauchen muss, wenn man nicht gerade die ganz großen Fische sehen möchte. All die kleinen bunten Fische gibt es bereits beim Schnorcheln gratis zu sehen.  Bei den schwindelerregenden Tauchpreisen für jeden der vier Tauchgänge entschädigte mich u.a. ein Leoparden-Hai der knapp an mir vorbei geschwommen ist, tolle Korallen-Gärten und ein schönes Wrack, welches ich beim letzten Tauchgang besuchte.

Ein Highlight unserer Schnorchel-Safari am vorletzten Tag waren ca 30 Delphine, die unser Boot eine zeitlang begleiteten ohne dass wir extra zahlen mussten! Denn eine Delphin-Safari kostet 13 Dollar mehr pro Person :-)

Etwas enttäuscht waren wir dass die Palme 33 nicht in der Nähe unseres Bungalows 33 steht! Überhaupt hat hier auf der kleinen Insel alles eine Nummer. Damit die vielen Deutschen nicht vor dem Frühstück alle zum Strand stürzen müssen um Handtücher auf die Liegen zu legen, hat jedes Zimmer der Bettenzahl entsprechenden viele Liegen die durch die Nummern ihre Zugehörigkeit nachweisen. Liegen geräumter Zimmer werden immer wieder an ihren Ursprungsort, dem Bungalow zurück gebracht, um anschließend von den neuen Gästen über die ganze Insel zu dem persönlichen Lieblingsplatz gezogen zu werden, wo sie dann stehen bleiben bis zur Abreise usw.
Es gibt nichts, was nicht nummeriert worden ist: Neben den Palmenden Liegen, den Essenstischen, auch die die Regenschirme, sicher damit sie beim Essen in der Kantine nicht durcheinander geraten. Leider haben wir letzteren während unseres Aufenthalts viel zu oft gebraucht, hatten wir doch nur ein einzigen ganzen Sonnentag!

Nach einer sehr interessanten Unterhaltung mit Bianca, die unsere Schnorchel-Safari begleitete, bei der es unter anderem darum ging wie das denn alles mit der Infrastruktur wie zB. Müll usw. funktioniert, erzählte sie uns von diversen Müllverbrennungsanlagen und dass einige Inseln zur reinen Müllablage verwendet werden und sie deshalb all ihren Müll vor allem Plastik nach Urlaubende wieder einpackt und mit nach Deutschland nimmt. Daher haben wir beschlossen ihr es gleich zu tun, so dass auch andere was von diesem schönen Flecken Erde haben und zwar unvermüllt, zumindest nicht unserer!

Anschließend vielleicht noch einen Satz über die Insel-Besucher: Wir sind immer noch verwundert, wer sich das hier alles scheinbar leisten kann. Viele sahen eher nach Hartz-4 Programm aus, als nach ich gebe mal eben 3.000 Euro p.P. und mehr für 14 Tage Malediven aus. Auch auffällig viele Familien mit Kindern jeden Alters sind hier und genießen den einfachen Tagesrhythmus: Schlafen-Frühstück-Sonnenliege (bereits Reserviert)-Schnorcheln-Mittagessen-Sonnenliege (steht unverändert am gleichen Platz)-Schnorcheln-Abendessen-Schlafen gehen. Da braucht man definitiv mehr als ein gutes Buch, aber viele der Gäste sind Wiederholungstäter und haben schon für nächstes Jahr gebucht. Des guten Essens wegen wird es sicher nicht sein, denn eingelegte Früchte aus Konservendosen und Pizza und Pasta bekommt man auch daheim.

Alles in allem haben wir uns eine schöne Zeit auf den Malediven gemacht, auch wenn das Wetter uns nicht wohl gesonnen war. Wir haben mal davon abgesehen gleich für das nächste Jahr zu buchen :-)

Fazit: Das Paradies ist kein Ort oder eine Insel, sondern dort wo dein Herz ist. Unser Herz schlägt wohl woanders.

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