Asien, Reiseziele, Sri Lanka
Schreibe einen Kommentar

Lost & found in Kandy

11.-13.03.2013

„Gut geschüttelt und nicht gerührt“, das beschreibt die vierstündige Fahrt wohl am besten. Der Norden, genauer die A9, von Anuradhapura nach Kandy befindet sich gerade im Ausbau. Das bedeutet genauer betrachtet, dass auf den ersten 100 von 150 km sich 1 km geteert und 3 km unpräparierte Piste abwechselten. Da hier fast alles noch mit Hand und nur wenigen, dafür neue, Maschinen gemacht wird, sollten sie bis zur WM 2020 fertig sein. Ich denke allerdings, dass die Erschließung von Nord und Zentral Sri Lanka eine super Sache ist und dadurch mehr Touristen den Weg in den Norden finden werden.
Überhaupt hatten wir in den ersten Tagen das Gefühl, das Sri Lanka das Thailand von vor 15-20 Jahren sein könnte (hängt noch von den Stränden ab :-) )

In Kandy angekommen sattelten wir auf ein TukTuk um, um geschmeidiger durch den regen Verkehr rund um den See und an den Berghängen, wo die Unterkünfte sind, uns fortzubewegen.
Wir hatten Glück an einen buddhistischen TukTuk Fahrer zu gelangen, der uns als erstes sagte, dass er eigentlich nur ein Hotel TukTuk sei und uns die drei Meter mitnehmen würde. Was er nicht wusste ist, dass er die nächste Stunde mit uns ständig 3m einer Straße auf und ab fahren würde. Solange hat es gedauert bis wir die Hausnummer 69/D12 gefunden hatten. Hintergrund war, dass bei 65 das letzte Haus kam und nach einem Grünstreifen mit 71 weiter ging. Als wir dann im Grünstreifen eine kleine Treppe sahen, war das unsere letzte Chance. Also ich raus aus dem TukTuk, Frau und Fahrer selbstlos zurückgelassen, vorbei am weißen Pferd und den zwei Hunden die definitiv mehr Angst vor mir hatten als ich vor ihnen, anschließend bei fast allen Nachbarn vorgesprochen, um am Ende die „Kandy Green View Boutique“ zu finden. Ich fühlte mich wie der König als ich mit der Wegbeschreibung zurück kam. Per Seitenstraße war das Geheimnis!

Sachen ausgeladen dem TukTuk Fahrer noch ein paar Nepper-Schlepper Bauerntricks der Einheimischen entlockt, der wie er uns im wieder sagte, dank seines Buddhismus Glaubens nur auf das Wohl anderer aus sei und Geld für ihn keine Rolle spielen würde und er dadurch bei „Weißen“ nicht gleich Dollar in den Augen hätte. Sehr löblich und vielleicht etwas verselbst herrlichend dachten wir – noch!
Wenig später, wir hatten uns gerade mit der Guesthouse Nanni angefreundet und uns auf ein Kaffee mit Blick ins Grüne gefreut, klingelte das Telefon. Am anderen Ende unser TukTuk Fahrer ob wir denn nicht etwas vermissen würden, er hätte unser iPad auf seinem Dach gefunden 8-/
Wenn wir wollen, würde er es gleich zu uns zurückbringen!!!
Nicht vorzustellen wie geschockt wir waren und dankbar zugleich, das er die buddhistische Lehre so genau nahm. Wenige Minuten später hatten wir unser Baby wieder in unserem Arm.

Am nächsten Morgen, wir hatten noch nicht gefrühstückt, stand unser „Mr iPad“ schon in der Tür und fragte, ob er uns wie besprochen die Stadt zeigen dürfe.
Wir sagten ihm zu und nach dem leckeren Frühstück auf unserer Terrasse mit Blick ins Grüne ging es los. Big Buddha, Holzschnitzerei, Ayurveda herbal garden, Tee-Plantage, Brücke am Fluss und zum Schluss noch eine Edelstein-Schmuck-Schmiede.
Vom Big Buddha hatten wir einen sagenhaften Blick über die Stadt mit seiner 4 km langen Uferpromenade und bei der Holzschnitzerei viel über Naturfarben gelernt, das war sehr interessant. Diese Naturfarben werden verwendet um die traditionellen Masken zu bemalen. Wir konnten einem Kauf gerade noch widerstehen :-)
Anschließend haben wir viel über Körperheilkunde mit Pflanzen gelernt u.a. das Sandelholzöl für fast alles gut ist und wenn nicht packt man Ginger dazu :-) Nein im ernst, wir fanden es hoch interessant dass man, in einer Zeit in der es für alles chemische Bonbons zum Lutschen gibt, mit Zutaten aus der Natur dieselbe Wirkung erreichen kann. Weil ich ja nicht glaube was ich nicht selbst gesehen habe, bin ich nun Besitzer von Babyhaut an meinem Schienbein, da ich testopfer von biologischer Enthaarungscreme wurde. Das soll wohl jetzt auch zwei Wochen so bleiben und wenn ich das noch zwei mal mache, dann wäschst da wohl nie wieder was. Also eher was für Frauen, aber ich werde das mal im weiteren Urlaubsverlauf im Auge behalten!
Zum Abschluss gab es noch eine kleine kostenlose Massage ehe wir uns aufmachten um alles über die Herstellung von Tee zu erfahren. So waren wir beide überrascht wie überhaupt eine Tee-Pflanze (Foto) wirklich aussieht, bevor sie in einem Beutel an einer Schnur in die Tasse wandert.

Lustige Sachen spielten sich wie immer am Straßenrand während der Fahrt ab. Diesmal gab es neben einem original ausgemusterten englischen Doppeldecker Bus auch Car Wash per Gartenschlauch am Fahrbahnrand mitten auf einer sehr viel befahrenen und staubigen Bergstraße. Viele Faktoren die dazu beitragen das dass „wirklich“ein Erfolg wird.

Abends stand Traditionstanz und ein Besuch im „Zahntempel“ an. Der Zahntempel hat seinen Namen aus der überlieferten Schrift, wonach einer der 4 Backenzähne von Buddha sich hier befinden sollen, die nach seiner Einäscherung übrig geblieben sind.

Mit so vielen Eindrücken geht es jetzt schlafen und morgen früh weiter Richtung Süden, erst Tiere im Nationalparks gucken und dann an den Strand relaxen – nach so viel Kultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *