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Zeit für eine zweite Chance – Hoi An / Vietnam

Hoi An

Viele, die uns kennen oder dem Blog schon länger folgen, wissen dass wir nicht unbedingt als große Vietnam-Fans durchgehen. Das hängt weniger mit dem Land an sich zusammen, als mit unseren Erfahrungen und Begegnungen des letzten Besuchs vor 6 Jahren. Daher waren viele sichtlich überrascht als wir ankündigten, dass es uns für einen Monat nach Hoi An in Zentral-Vietnam verschlägt. Nach allem, was wir in letzter Zeit von Reisenden über Vietnam gehört haben, waren wir der Meinung, es ist Zeit für eine zweite Chance.

Trifft man Vietnamreisende dreht sich eigentlich alles nur um eine Frage: „Kommt ihr von oben oder seid ihr unten gestartet?“ Daran hat sich in den letzten 6 Jahren auch nichts geändert. Gemeint ist, wie man die rund 1.700 Km Küste zurücklegt. Hanoi -> Ho-Chi-Minh City (Saigon) oder umgedreht. Unsere Antwort: weder noch, denn wir starten und bleiben in der Mitte, knapp hinter dem Gebirge das Nord und Süd in zwei Klimazonen teilt – in dem wunderschönen Örtchen Hoi An. Der Stadt der bunten Lampion dessen Altstadt seit 1999 ein UNESCO-Weltkulturerbe ist.     

Hommage

Am 11. März ging für mich eine Era zu Ende. Es hieß Abschied nehmen von meinem geliebten Baby, meiner Sony a7 Kamera, die in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen hat, meine Fotografie auf ein neues Level zu bringen (Link zu meiner Webseite). Besonders die letzten zwei Jahre war sie mein täglicher Begleiter und kaum von meiner Seite zu denken, wir verstanden uns blind, konnte ich jede Einstellung im Schlaf bzw. im Dunkeln ändern oder anpassen. Aber wie heißt es so schön bei Kindern: „Man muss lernen loszulassen“.

Doch als ich sie dann tatsächlich zum letzten Mal in den Händen hielt, bevor ich sie auf die Reise nach Deutschland schickte, fiel mir der Abschied sichtlich schwer, obwohl mir klar ist, dass es sich hierbei „nur“ um ein Stück Technik handelt, ist sie für mich dann doch mehr gewesen. Es fühlte sich für mich ähnlich an, wie als ich mich damals von meinem ersten eigenen Auto, meinem geliebten schwarzen Opel Corsa A trennen musste, mit dem ich viele tolle Momente verbinde.

Mit Lea hat sie nun eine neue Besitzerin gefunden, wo ich sie in guten Händen weiß, da sie die Fotografie genauso liebt wie ich, und für mich steht nach knapp 5 Jahren ein Upgrade an, welches leider noch ein paar Tage auf sich warten ließ. Daher ging es ohne Kamera nach Vietnam und somit sind fast alle Bilder diesmal nur mit unseren Smartphones gemacht.    

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Letztes Pflegeprogramm in Bangkok – ein neuer Displayschutz.

Oase

Vor ein paar Monaten habe ich einen Bericht über eine Deutsche gelesen, die in Hoi An mit dem Hub Hoi An den ersten Coworking Space eröffnet hat. Daher war klar, dass wir der Sarah auf jeden Fall einen Besuch abstatten und schauen wollten, was sie da so auf die Beine gestellt hat. Was soll ich sagen, sie hat ganze Arbeit geleistet und eine Wohlfühloase zum Arbeiten geschaffen. Das umgebaute, traditionell vietnamesische Familienhaus, mit einem Konferenz- und Ruheraum, hat sie um eine tolle Gartenanlage inkl. Glashaus erweitert, wo es sich mit Blick ins Grüne entspannt arbeiten lässt. Wir verliebten uns sofort in den Coworking Space und somit konnte ich nicht anders und mietete mich gleich bei ihr für unseren gesamten Zeitraum ein.

Credit to workfrom.co

Photo Credit: www.workfrom.co

Da leider unsere gebuchte Airbnb Unterkunft nicht das gehalten hat, was sie auf den Bildern versprochen hat, war schnell klar, dass ein Umzug ansteht. Mit dem Goda Boutique Hotel hatten wir schnell etwas Passendes gefunden, was von der Lage passenderweise zwischen dem Strand (10 Minuten) und der Altstadt (7 Minuten) und dem Coworking Space (2 Minuten) lag. Linh, die äußerst sympathische Besitzerin, machte uns die Entscheidung mit ihrer offenen Art noch leichter.

Chinesische Mauer

Was freuten wir uns darauf, wieder durch die kleinen schmalen Gassen der Altstadt zu schlendern und in einem der bunten Cafes einen dieser typischen Vietnam Drip Kaffees zu genießen, die hier ja traditionell mit gesüßter Kondensmilch getrunken werden.

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Beim unserem ersten Besuch der Altstadt mussten wir mal wieder feststellen, was sich in 6 Jahren alles ändern kann, um nicht zu sagen dass uns fast der Schlag getroffen hat. Die Altstadt, durch die wir damals noch sehr entspannt und fast alleine schlenderten, ist nun zu einem Chinesen-Hindernis-Lauf geworden. Immer wieder muss man den Selfie Stangen in den völlig überlaufenen Straßen ausweichen und Zickzack um die meist aufgebrezelten Blogger laufen die ständig aus heiterem Himmel unvermittelt stehen bleiben, um einen der zum Teil begehrten Spots zu ergattern. Man hatte das Gefühl eine neu errichtete menschliche Chinesische Mauer verläuft quer durch die Straßen der Stadt. Das Getippel durch die Massen hatte etwas von einem Besuch im Disneyland oder Jahrmarkt, was bestimmt für den einen oder anderen Besucher, die z.T. mit den großen Bussen morgens hier angekarrt werden, wahrscheinlich auch gleichkommt. Nur eben ohne Mickey Mouse und Donald Duck – wobei es uns auch nicht überrascht hätte, wären die auch noch hier zur Unterhaltung.

Keine Erwartungen

Neben Linh trafen wir fast auffällig häufig auf freundliche und nette Vietnamesen! Etwas dass wir mit Rückblick auf unseren Besuch in 2012 damals schmerzlich vermissten. Aber es hat sich viel getan, eben nicht nur an der Anzahl der Touristen in der Altstadt.

Ebenfalls waren wir sehr positiv von der Stadt Da Nang überrascht, was für die meisten Reisenden, genau wie uns, nur der Name des Flughafen ist, den man anfliegen muss um anschließend weiter nach Norden Richtung Hue oder Süden nach Hoi An zu fahren. Bei einem Roller-Sonntagsausflug wollten wir sie uns mal genauer anschauen. Das Schöne wenn man keine Erwartungen hat: man wird positiv überrascht. So auch bei unserem Ausflug. 

Die vielen großen Hotels und Bürogebäude an der Strandpromenade erinnerten uns eher an unseren Besuch in Miami. Neben dem alten Fischerhafen am Ende der Promenade, wartete auf der dahinter befindlichen Halbinsel ein toller Tempel u.a. mit einem Lady Buddha und einer sensationellen Aussicht. Was ein toller Ausflug.

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Ein Stück von Deutschland!? 

Nachdem China in Zukunft nicht mehr unseren Plastikmüll zur „Entsorgung“ oder
besser Lagerung annehmen wird, sieht alles danach aus, dass ein Stück von 
Deutschland und Europa in Vietnam wiederzufinden sein wird. „Allein 
Deutschland verschiffte zuletzt rund 560.000 Tonnen Plastikmüll nach 
China und damit rund ein Drittel des gesamten EU-Plastikexports ins Reich der
Mitte. Die große Frage ist nun: Wohin mit dem Müll? „Wir haben in Deutschland
einige Lager für Verpackungsabfälle, die mittlerweile aber voll sind“, sagt 
Hennig Wilts, Experte für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut für Klima,
Umwelt und Energie.“  Lest mehr dazu im Artikel der Welt.

Wolkenpass

Entlang der Küste,  auf der einen Seite das blaue Meer und auf der anderen Seite die Hotels, ging es eine Woche später wieder mit dem Roller noch ein gutes Stück weiter Richtung Wolkenpass (Hai Van). Die angeblich tollste Straße von Süd-Ost-Asien (laut Sarah vom Hub), konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Da ein Ausflug im Kollektiv natürlich schöner ist, waren wir sehr erfreut, dass wir Baily und Chris aus Utah für den Trip gewinnen konnten. Die zwei sympathischen Amerikaner lernten wir durch Zufall kennen, aber sofort stimmte die Chemie. Baily ist auch Fotografin und Chis hat gerade sein Kickstarter Projekt erfolgreich umgesetzt, durch das er mit seinem Freund einen neuen Kulturbeutel auf den Markt gebracht hat. Den Prototypen für das nächste Model durften wir exklusiv vorab schon mal testen und unseren Senf dazu geben. Am Ende redeten wir über eine Stunde über Funktion und Funktionsweisen von einem Kulturbeutel. Man mag es kaum glauben, aber das geht – und wir sind eben auch die Besten die sie dafür ausquetschen können!

Der Wolkenpass war wirklich schön zu fahren, da mittlerweile fast nur noch Ausflügler unterwegs sind, da der Hauptverkehr seit einigen Jahren durch den Tunnel im Berg geleitet wird.

Immer wieder hielten wir an, um die sensationelle Aussicht zu genießen. Das tolle Wetter trug seinen Teil dazu bei, auch wenn wir dadurch „leider“ nicht in den Genuss gekommen sind das eine Seite Sonnenschein ist, während es auf der anderen Seite regnet. Bei uns war überall Sonne, was auch nicht sooooo schlecht war wenn wir ehrlich sind.

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Rückblick

Eine tolle Zeit in Hoi An ging für uns dann eine Woche früher zu Ende als eigentlich geplant. Nicht, weil uns die Stadt nicht gefallen hat, ganz im Gegenteil. Aber Hoi An dann doch für uns eher etwas für 3-4 Tage und nicht für 3-4 Wochen ist. Da wir sehr positiv über die Gastfreundschaft und verschiedene andere Punkte überrascht waren, die uns damals dazu veranlasst haben erst mal nicht weiter Vietnam in den Fokus unserer Reise zu nehmen, stellten wir uns am Ende die Frage: „Wollen wir beim nächsten Mal von oben starten oder lieber von unten?“

Junge oder Mädchen? Es ist eine Sony.

Unser Weg von Vietnam nach Indonesien gab uns einmal mehr die Gelegenheit Sabine, Thomas und den Jungs einen Besuch abzustatten. Was soll ich sagen. Es war wie immer schön und wir sind wirklich sehr dankbar, immer wieder Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen, daher lassen wir auch keine Gelegenheit aus in Bangkok nochmal zwischen zu stoppen oder einen zu Tag zu verlängern.

Dann war es soweit: am 04.04.2018 um 12:15 Uhr erblickte unser Nachwuchs das Licht der Welt. Mit gerade mal 580g und 126 x 73 mm ist es noch sehr klein. Alle, vor allem der Papa, ist wohl auf, stolz wie Bolle und freut sich auf die ersten Gehversuche.

Junge oder Mädchen? Es ist eine Sony

Viele neue Bilder sind online. Bevor Beschwerden kommen, möchte ich nochmal daran erinnern unter welchen schwierigen Bedingungen sie dieses Mal entstanden sind. Wie gesagt, es stand fast nur das Smartphone zur Verfügung. Noemi, eine Kollegin aus dem Coworking Space, konnte mein Leiden so ganz ohne Kamera nicht ertragen und hat mir ihre Spiegelreflex für einen Nachmittag ausgeliehen.

 

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