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Belize 2 Mexiko vs. gutes Karma

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16.11.2014 ::

Mittlerweile hab ich mich als bekennender Nicht-Frühaufsteher an Weckzeiten vor Sonnenaufgang gewöhnt. So sollte es auch heute für den Weg von Caye Caulker nach Tulum/Mexiko nicht anders sein.
Schnell nochmal an der Ecke ein Sandwich mitgenommen und ab zum Pier.

Mit einem kleinen Speed-Boot ging es zuerst nach San Pedro (andere Insel), wo wir auf ein größeres Boot wechseln sollten und für die Ausreise eine Art Rundlauf machten dürften, den ich nur aus der Grundschule vom Tischtennis kenne. Im Osten kennt man das wohl als chinesisches Tischtennis :-) Runter vom Boot, Gepäck sollte bleiben wo es war, raus aus dem Bootsterminal und von draußen wieder anstellen. Erst um das Ticket, welches wir eigentlich schon hatten, überprüfen zu lassen und anschließend die über Nacht auf einmal doppelt so teuer gewordene Ausreisesteuer zu bezahlen. Blöd nur, dass wir unsere letzten Belize-Dollar genau kalkuliert hatten. Nur gut dass ich morgens auf den Kaffee zum Sandwich verzichtet habe und San zu ihrer Überraschung kurz zuvor noch einiges an Geld in ihrer Tasche gefunden hatte. So konnten wir uns schon mal auslösen.
Wieder einmal ging es durchs Bootsterminal durch, um uns für die Ausreise mit diversen Unterlagen anzumelden. Wir waren gerade auf der anderen Seite wieder angekommen, wurden wir alle aufgefordert den Rundlauf noch mal zu starten, um den Ausreisestempel nun zu bekommen. Sehr abenteuerlich, aber Morgensport hat noch nie geschadet.
Ein Mitarbeiter des Bootanbieters bot uns noch an die letzten Belize Dollar zu tauschen, ‚da wir sonst mit denen nix mehr anfangen konnten und in Mexiko die keiner nehmen würde‘. Gottseidank war sein Kurs so schlecht dass wir dankend ablehnten – doch dazu später mehr.

Weiter ging es mit einem zweiten Boot 1,5 Stunden über Wasser über die Grenze,wo uns sympathische Mexikaner mit Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeug inkl. Drogenhund in Empfang genommen haben. Noch nicht ganz einen Fuß aufs Festland gesetzt, wurden wir erst mal aufgefordert alle „Handtaschen“ auf den Boden in eine Reihe zu legen, während unsere Reisetaschen, die wir seit Beginn der Reise nicht mehr gesehen haben bereits ebenfalls in eine Reihe gelegt wurden und von einem Drogenhund bereits beschnüffelt wurden.

Nach dem netten Empfang am Pier ging es zur Immigration, wo wir etwas überraschend gesagt bekamen, dass hier eine nicht unbeachtliche Einreisesteuer fällig sei. Also wie man ins Land kommt, scheint eindeutig einen Unterschied zu machen. Also kratzen wir unsere letzten Dollar (die wir für solche Fälle immer dabei haben) plus die letzten Belize Dollar (die wir Gottseidank nicht getauscht hatten) zusammen und siehe da, es passte auf Heller und Pfennig! Unfassbar!

Wir kamen noch mit zwei Mädels aus London ins Gespräch und beschlossen kurzer Hand uns ein Taxi zum Busterminal zu teilen. Da wir nun total blank waren, mussten die Mädels uns erstmal finanzieren. Im Terminal wollten wir am ATM nun Geld abheben um das Busticket zu bezahlen. Leider gab es genau dann einen schweren Ausnahmefehler im Windows Betriebssystem. Obwohl ja böse Zungen behaupten das ganze Betriebssystem sein ein einziger großer Systemfehler. Der Automat rückte jedenfalls weder Geld, noch Sandras Karte raus!!! Komplett AUFGEHÄNGT!!!

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Da standen wir in Mexiko mit einer Ausnahme-Situation. Es stellte sich als glücklicher Zufall heraus dass eine der zwei London-Girls aus Peru stammt und daher muttersprachlich Spanisch spricht. Was leider nix daran änderte dass weder die Dame von der Touristeninfo, noch der Herr am Infoschalter des Bus-Terminals dazu bereit gewesen wären die kostenlose Hotline-Nr. der Bank anzurufen und um Hilfe zu bitten. Von unserem deutschen Handy konnten wir die Nummer nicht anrufen, aber es gab noch Münztelefone. Unseren Bus hatten wir mittlerweile verpasst, aber hatten jetzt auch andere Sorgen. Die Peruanerin half uns und rufte die Bank an und der Helpdesk Mitarbeiter wollte sich der Sache annehmen. In den nächsten 5-10 min sollte der Neustart des Systems gemacht sein und die Karte heraus kommen. Ich wusste nicht, dass Microsoft-Minuten die gleiche Einheit haben, wie mexikanische Minuten. Als nach fast 20 min immer noch nix passierte, sollte unser Plan B zünden. Die Peruanerin bestellte mir ein Taxi zum nächsten ATM im Ort damit wir wenigstens zu Geld kommen würden, denn auch ihr Bus würde demnächst abfahren. Uns lief also die Zeit davon. Sandra bewachte den Automaten, die englische Peruanerin versuchte es noch mal bei der Bank und die vierte im Bunde bewachte die Taschen.
Gerade als ich das Busterminal wieder betrat, zog San jubelschreiend ihre Visa Karte aus dem Automaten und hielt sie hoch wie Philipp Lahm den WM Pokal! Was bei den anderen wartenden Fahrgästen große Fragezeichen ins Gesicht schrieb (die hatten wohl die WM nicht verfolgt :-)

Schnell noch ein Ticket nach Tulum gekauft, denn der nächste Bus sollte in 3 Min abfahren. Nach über einer Stunde Action mit uns, verabschiedeten wir uns sehr herzlich von den zwei namenlosen Briten. Ohne die tolle Unterstützung der zwei wären wir bei der sonstigen „unterlassenen Hilfeleistung“ auf verlorenem Posten gewesen. Die zwei hatte wirklich das Schicksal geschickt und wir sind uns sicher, sie werden ebenfalls Hilfe von jemanden erhalten, wenn sie sie brauchen.

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